broken. shattered.


Ich behaupte von mir selber, dass ich eine starke Person bin. Ich weine nicht bzw. tue es wenn überhaupt ganz selten. Meine Eltern können sich nicht einmal daran erinnern, wann sie mich jemals haben weinen sehen, seitdem ich nicht mehr in meinen Kinderschuhen stecke. Meine beste Freundin sagt, sie hat mich zuvor noch nie weinen sehen. Nein, ich weine nicht. Ich weiß selber nicht wieso. Vielleicht denke ich tief im Inneren, dass Weinen Schwäche zeigt. Und schwach bin ich nicht, möchte ich nicht sein. Doch auch die stärksten Menschen zerbrechen irgendwann an etwas. Auch die stärksten Menschen können sich den unschönen Seiten des Lebens nicht entziehen. Auch die stärksten Menschen vergießen irgendwann Tränen. Und genau diese Menschen - die vermeintlich stärksten - können in manchen Momenten die Schwächsten sein.

Ich hätte in meinem ganzen Leben nicht gedacht, dass ich mich jemals so gebrochen fühlen werde wie jetzt. Das Leben geht weiter, klar. Aber der Schmerz bleibt, vorerst. Ja, ich weiß, auch er wird irgendwann vergehen, aber momentan kann ich es mir nicht vorstellen. Denn er hält mir vor Augen, dass es alles real ist. Dass es nicht einfach nur ein böser Traum ist, aus dem ich bald erwache. Und selbst wenn er geht - der Schmerz - dann wird er tiefe Narben hinterlassen. Tiefe, große Narben. Das erste Mal in meinem Leben habe ich aus tiefstem Herzen geweint. Laut und viel und immer wieder. Emotionale Schmerzen solcher Art und Ausmaße habe ich bis jetzt noch nicht gekannt, wurde bis jetzt immer davor verschont. Ich wusste nicht einmal, dass ich dazu fähig bin.

Ich bin schlecht im Aufarbeiten von Dingen. Verdrängen ist doch so viel einfacher, bequemer. Wieso sich damit auseinandersetzen, wenn man nicht weiß, wie es weitergehen wird? Wieso sich immer und immer wieder die Schmerzen antun, wenn man sich auch einfach taub stellen kann? Wieso sich den Kopf darüber zerbrechen, wenn einem der alleinige Gedanke an alles bereits die Tränen in die Augen treibt? Wieso es immer präsent haben, wenn schon der erste Ton des einen Songs ein riesiges Echo der Ereignisse in einem auslöst? Wieso? Weil es mir wichtig ist. Weil es mir die Welt bedeutet. Weil ich nicht möchte, dass es so endet. Weil ich nicht möchte, dass es überhaupt endet. Trotz der bitteren Tränen bewahre ich den Glauben, die Hoffnung daran, dass irgendwann, dass bald alles besser wird. Dass das, was zusammen gehört, auch wieder zusammen findet. Dass Gefühle doch stärker sind als alles Andere. Dass Freundschaft essentiell und nicht so leicht zu brechen ist. Ich werde an den schönen Erinnerungen festhalten, sie am Leben erhalten. Irgendwann werden neue Erinnerungen dazu kommen, da bin ich mir sicher, rede ich mir ein.

Ich bin kein Mensch, der solche Sachen teilt, aber das Schreiben ist meine Therapie. Genauso wie vieles Andere, was ich mir die Tage überlegt habe. Eine Therapie bis alles wieder beim Alten ist. Ich weiß nicht, wie lange es dauern wird. Wochen, Monate, ein Jahr vielleicht auch mehr? Ich weiß es nicht. Ich hoffe nur, dass es nicht allzu lange sein wird. Dass ich irgendwann mit einer Nachricht überrascht werde. Ich weine nicht, eigentlich. Aber da werde ich es tun. Da werde ich weinen. Weinen vor Glück und Freude, dass ich meine liebste Freundschaft wiederhabe. Bis dahin werde ich warten. Warten und geduldig sein und vielleicht auch noch die ein oder andere Träne vergießen Aber wenn das die Dinge sind, die nötig sind, damit alles wieder gut wird, dann nehme ich es gerne in Kauf und tue es von Herzen gerne.

13 comments:

  1. Dein Blog ist echt toll♥ Du machst auch echt schöne Bilder.
    Auf meinem Blog läuft eine Blogvorstellung, würde mich echt freuen wenn du teilnehmen würdest♥
    xxx Jess♥
    http://fashionkissesbeauty.blogspot.de/2014/06/blogvorstellung.html

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  2. Ich bin auch jemand, der sehr selten weint - aber manchmal muss das einfach sein und das hilft und befreit auch. Ich wünsch dir, dass es dir bald besser geht.

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  3. Ohhh ina! Am liebsten würde ich dich jetzt drücken... Ich hoffe dir geht es bald wieder besser, ich sende dir ganz viel positive Energie, Gedanken und Kraft <3 der Text ist wirklich sehr gut geschrieben, ich kann das nachvollziehen was du schreibst, schreiben ist auch meine Therapie. Danach fühlt man sich einfach besser, genauso wie nach dem weinen! Dazu passt der Spruch “sometimes you have to cry out all your tears to make room for a heart full of smiles“.

    In diesem Sinne, liebste grüße & schönen Sonntag liebes <3

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  4. Schreiben ist wirklich eine gute Therapie. Schreib alles auf, was dich beschäftigt, wein so viel du willst und denke viel nach, aber lenke dich auch genug ab. Ich hoffe es geht dir bald wieder besser!

    choconistin.blogspot.de ,lg♥

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  5. och süße
    das tut mir echt leid für dich, ich war schon in einer ähnlichen situation.
    aber als sozpäd in spe, muss ich jetz natrlich den zeigefinger erheben
    und korrigieren dass weinen absolut nichts mit schwäche zu tun hat :)

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  6. wow. das ist wirklich ... bewegend geschrieben. ich hätte fast selbst geweint. darf ich dich fragen, wer das in dir ausgelöst hat? vieles was du geschrieben hast, kommt mir bekannt vor. ich selbst weine auch nicht gerne, weil ich glaube dass es schwäche zeigt. aber eben die stärksten können gefühle zeigen. weil sie sich ihrer eigenen schwäche bewusst sind und genau DAS macht stark.

    und egal wie schlimm alles ist, egal wie sehr man verletzt wurde: das leben geht weiter.
    glaub mir.

    liebe grüße
    dahi

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  7. Ein wirklich schöner und ehrlicher Text! Ich wünsch dir viel Kraft aus dem Tief heraus zu kommen! Und mach dir keine Vorwürfe. Weinen ist keinesfalls ein Zeichen von Schwäche, sondern etwas normales, dass eben auch bei starken Personen gelegentlich sein muss!

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  8. Sehr schön verfasster Text. Das Schreiben ist eine Theraphie, dem kann ich mich nur anschließen. Schreiben und Weinen gleichzeitig kann befreiend sein und das wünsche ich dir von ganzem Herzen. Außerdem will ich mich den vorigen Kommentaren anschließen: Weinen ist kein Zeichen von Schwäche.
    Liebst,
    Liz. http://lizinview.blogspot.co.at/

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  9. ach liebe Ina .. ich kann dich total gut verstehen, bei mir es gerade sehr ähnlich und nicht unbedingt leicht, aber du hast schon recht, das wird alles wieder gut und irgendwann ist das überwunden, aber ich glaube im moment auch noch nicht wirklich dran. aber alle sagen ja immer, Zeit heilt alle Wunden und das müssen wir wohl herausfinden ... :)

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  10. Ich finde dass das eine gute Therapie ist alles aufzuschreiben, es geht einem dann auch viel besser. Ich persönlich bin ein sehr emotionaler Mensch der das Weinen aber immer unterdrücken will. Aber ich finde nicht dass das eine Schwäche ist und manchmal muss das auch sein. Ich hoffe dir geht es einigermaßen besser und hast es bald überwunden :)
    Liebe Grüße, Tina
    www.Citylover.at

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  11. Wunderbar geschrieben, ehrlich und aus vollstem Herzen. Ich denke auch das Schreiben eine wundervolle Selbst-Therapie ist. Und Deine ehrlichen Worte zeigen Deine innere Stärke.
    Ich war einmal an einem Punkt, wo ich wirklich Alles verloren habe. Und dachte dieser Schmerz wird niemals aufhören. Doch wir Menschen sind wirklich stärker, als wir je erahnt hätten. Ich hoffe wirklich, dass sich Dein Wunsch erfüllt, wahre Freundschaft ist etwas wertvolles.
    Ganz liebe Grüße Aziza
    http://berlin-capital-life.blogspot.de/

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  12. Ein toller Text. Er geht mir sehr nahe (auch wenn ich wohl eher die Heulsuse bin xD), weil ich mich gerade im letzten Jahr auch oft verloren gefühlt habe. Dieses Gefühl, der Schmerz, das trifft einen sehr, verändert einen. Aber man wächst auch daran. Ich bin heute nicht mehr die, die ich noch vor einem Jahr war. Dazwischen liegen viele Stunden voll Schmerz und ein steiniger Weg. Aber mittlerweile geht es mir wieder gut. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und dass du die Zeit gut durchstehst!
    Liebst Irina

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  13. Fühle dich gedrückt liebe Ina, du bist wahrscheinlich nicht die einzige die derzeit so empfindet. Doch werden wieder bessere Zeiten kommen <3

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